Hebammenhilfevertrag muss nachgebessert werden – Versorgung in Thüringen nicht gefährden

Die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Cornelia Urban fordert angesichts der bundesweiten Kritik am neuen Hebammenhilfevertrag schnelle Nachbesserungen durch die zuständigen Bundesakteure. Hintergrund sind Berichte, wonach zahlreiche freiberufliche Hebammen, insbesondere Beleghebammen, ihre Tätigkeit aufgrund finanzieller Einbußen und zusätzlicher Bürokratie infrage stellen. 

„Die möglichen Auswirkungen auf die Versorgung in Thüringen bereiten uns große Sorgen“, erklärt Urban. „Hebammen leisten unverzichtbare Arbeit. Wenn ihre wirtschaftliche Grundlage ins Wanken gerät, gefährdet das die Geburtshilfe – gerade im ländlichen Raum.“

Urban stellt klar, dass der Vertrag durch ein bundesweites Schiedsverfahren zwischen dem GKV-Spitzenverband und Hebammenverbänden zustande kam. Das Land Thüringen sei keine Vertragspartei. „Die Gesundheitsministerin hat die Situation der Hebammen auf der Gesundheitsministerkonferenz thematisiert und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Bundesländer das Bundesgesundheitsministerium auf eine Veröffentlichung des Schiedsspruchs gedrängt, damit Rechtsmittel überhaupt möglich sind“, so Urban.

Positiv wertet sie, dass der Druck der Hebammen und aus Politik dazu geführt haben, dass der GKV-Spitzenverband inzwischen erste Umsetzungshilfen vorschlägt – darunter eine stufenweise Einführung und Verbesserungen beim Eins-zu-eins-Zuschlag. „Diese Schritte gehen in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus“, betont Urban. „Wir brauchen faire Vergütungsbedingungen und weniger Bürokratie, damit Hebammen ihre wichtige Arbeit weiter verlässlich leisten können.“

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